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Digital - selbstgemacht !
LocoNet®

Seit einiger Zeit gibt es ganz neue Namen und Kürzel im FREMO: FRED, LocoNet®, LN-Boxen, Westernkabel, Chief usw. Für einige Mitglieder sind diese Begriffe heute schon so selbstverständlich wie einst die 5 Farben, Zuordungsschalter, Ringleitung oder B-Profil. Aber noch viele andere verstehen nur (FREMO)-Bahnhof und ahnen: Dies könnte was mit Digital zu tun haben - Richtig !

 

 

 

 

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Was ist das LocoNet®*?

Statt der alten Ringleitung verbindet beim FREMO-NMRA-Digitalbetrieb das LocoNet® (im weiten Text mit LN abgekürzt) als Informations-Bus die Modulbahnhöfe miteinander. Über dieses Bussystem erfolgen alle Ein- und Ausgaben der Zentrale - ähnlich wie Ethernet bei Computer-Netzwerken. Das LN transportiert nur Informationen - keine Leistungsströme. Die Verbindung zu der Zentrale, den Boostern und den Handreglern wird über das LN hergestellt; es kann sich sternförmig beliebig verzweigen, braucht keine Abschlußwiederstände und kann mehrere hundert Meter lang werden.

Woraus besteht das LocoNet® ?

Das LN besteht aus 6-poligen Telefonkabeln mit Westernsteckern und -buchsen (USA-Norm) und Verteilerboxen - den LN-Boxen. Die Verbindungskabel kann man fertig mit Steckern kaufen (z.B. 5 m unter 2 Mark) Noch etwas günstiger wird es, wenn man 15 m Kabel kauft und mit einer Crimpzange (braucht sich nicht jeder zu kaufen - haben inzwischen genug FREMO-Mitglieder) und einzelnen Steckern selbst kleinere Stücke herstellt. Im Gegensatz zur Ringleitung in "Heavy-Duty-Ausführung" hängen die leichten Telefonkabel unter den Modulen und liegen nicht als Stolperfallen auf dem Boden herum.

Welche Längen ?

Bei den bisherigen Aufbauten hat sich eine maximale Länge von ca. 5 m zwischen den Stöpselstellen als sinnvoll erwiesen. Da inzwischen sehr viele LN-Boxen im FREMO verfügbar sind geht der Trend zu immer kürzeren Stöpselstellenabständen - und damit auch zu kürzeren Kabeln. Ich habe inzwischen viele meiner 5 m-Kabel geteilt und auch einige 0,6 bis 1 m-Kabel zurechtgeschnitten mit denen man sehr gut LN-Boxen auf beiden Seiten der Modulkästen verbinden kann. Sinnvoll ist eine Längenangabe auf den Kabeln, so daß man sie nicht erst ausrollen muß, um die ungefähr passende Länge zu finden.Von der Idee, die LN-Leitung in den Modulkästen zu verlegen und zwischen jedem Modulübergang eine kleines Übergangsstück zu setzen halte ich nichts: Das würde bedeuten, daß pro Modulübergang zwei Steckverbindungen einzubauen wären - d.h. bei 50 Modulen hätten wir 100 Steckverbindungen mit der Gefahr von Übergangswiderständen oder Unterbrechungen. Da könnte eine Fehlersuche ähnlich zeitaufwendig wie bei der alten Ringleitung werden.

ln4k.JPG (9240 Byte) Aufpressen von Westensteckern auf Kabel mittels Crimpzange. Mit dieser speziellen Zange gelingt die Konfektionierung der LN-Kabel in kürzester Zeit. Das Kabel wird abgelängt und abisoliert (in die Zange integriert), der Stecker aufgeschoben und dann mit der Crimpzange verpresst. Man muß nur darauf achten, daß das Kabel nicht verdreht ist, d.h. das weiße Kabel immer hinten oder immer vorne liegt wenn die Stecker aufgeschoben werden.
Anschließend muß die Zugentlastung des Steckers mit einem Schraubenzieher eingedrückt werden.

Was muß ich denn alles kaufen ?

Zunächst einmal, müssen tut keiner! Die bisherigen Digitaltreffen sind vollständig mit Material von ein paar Leuten im FREMO ausgestattet worden - die wohl in letzter Zeit außer Digital nicht mehr viel von ihrem Eisenbahnhobby gehabt haben werden. Das soll aber so nicht bleiben - wir möchten den Digitalbetrieb auf viel mehr Schultern verteilen und insbesondere nicht dem Verein als juristische Person alles aufladen. Dazu haben wir schon zu viele leidvolle Erfahrungen mit der alten Ringleitung sammeln müssen. Was einem selber gehört - darauf paßt man auch auf und bleibt nicht einfach so mal in der Halle liegen.


Was kann ich mir nun anschaffen ?

Sinnvollerweise hat jeder Bahnhofsbesitzer zukünftig auch ein paar wenige Teile für das LN mit in seinem FREMO-Gepäck. Sinnvoll wäre 2 - 3 LN-Boxen (eine pro Bahnhofskopf und eine für die Strecke) und 3 - 5 Kabel dazu. Das kostet nicht die Welt, nimmt fast keinen Platz weg und trotzdem müssen nicht ein paar Leute dicke Koffer auf die Treffen schleifen - das LN kommt sozusagen von alleine zusammen. Es ist jedoch nicht sinnvoll, daß sich nun jeder DCC-Begeisterte nun gleich meint, er müsse 10-20 LN-Boxen bauen. Im Prinzip herrscht daran kein Mangel mehr. Also Leute bitte seid vernüftig und baut 3, von mir aus auch 6 Boxen aber bitte nicht mehr !!

Festeingebaute Stöpselstellen ?

Zu einem späteren Zeitpunkt könnten auch feste LN-Stöpselstellen in die Module eingebaut werden - beispielsweise an den Bahnhofsköpfen. Doch bitte wie oben geschildert ein langes Kabel dazwischen und nicht an jedem Modulübergang eine Sonderverkabelung, die wieder jeden, der das LN aufbaut zur Verzweiflung bringt. Hierzu gibt es auch fertige Lösungen zum Einbau von Digitrax. Streckenmodule sollten keine LN-Stöpselstellen haben - hier kann man mit den LN-Boxen flexibler auf die Gegebenheiten des Arrangements reagieren.

Gibt es Verpoler wie bei der Ringleitung ?

Ganz klar nein! Es gibt keine Stöpselstellen für Nord- oder Südseite da beim Digital die Definition von Vorwärts- und Rückwärts eine andere ist. Vorwärts ist da, wo bei der Dampflok der Kessel ist - das ist und bleibt so egal wo oder wie herum man eingestöpselt ist. Die Schalterstellung auf dem Handregler ist also nicht wie früher räumlich der Fahrtrichtung zuzuordnen sondern nur nach der logischen Vorwärtsrichtung des Fahrzeugs. In der Praxis heißt dies: Wer einen Zug ohne Kopfmachen und Rangieren von A nach B fährt muß während der ganzen Zeit nicht ein Mal umpolen!

Nur mit Prüfprotokoll

Vertrauen ist gut - Kontrolle besser! Leider können ein paar kalte Lötstellen einem den Aufbau der Modulelektrik ganz schön vermiesen - das war schon bei der Ringleitung so und ist beim LN leider nicht besser! Also bitte, bevor neue LN-Komponenten auf einem Treffen zum ersten Mal in Betrieb genommen werden, jemand anderem zur Prüfung geben. Für die Überprüfung gibt es ein kleines Gerät - den LocoNet®-Tester - an den die LN-Komponenten, ob Kabel, Boxen oder ganze Modul-Stöpselstellen angeschlossen werden und der in Sekundenbruchteilen sämtliche Verbindungen auf Unterbrechungen oder Kurzschlüsse untersucht. Einen LN-Tester sollte man auch befragen um sicher zu sein, wenn man einem Kabel nicht mehr ganz "traut". Wo FREMO-NMRA-Digitalbetrieb beim FREMO stattfindet sind auch genügend LN-Tester vorhanden.


Diese html-Seiten basieren auf meinem Artikel der in der FREMO-Vereinszeitung Hp1 in der Ausgabe III/98 veröffentlicht war - daher sind die Bilder  nicht farbig gescannt. Er wurde in einigen Datails überarbeitet. Der unveränderte Original-Artikel ist als pdf-Datei zum Download verfügbar (233 kB)