Digital
Digital war jahrelang ein sehr
wichtiges Thema im FREMO. Seit einiger Zeit ist etwas Ruhe eingekehrt
seit das Informationsbedürfnis der Meisten befriedigt ist.
FREMO-NMRA-DCC ist baugrößenübergreifend (bis auf z.B.
Om oder HOPS) eingeführt und ist für alle längst zum
Standard geworden.
Diese Seiten hier dokumentieren
zusammen mit den FREMO-DCC-Seiten den erarbeiten Standard und
dokumentieren eine Reihe von Bastelprojekte. Einige dieser Projekte
sind aber inzwischen etwas in die Jahre gekommen und nicht mehr alle
dort verwendeten Bauteile sind heute noch zu bekommen. Da aber
inzwischen die Eindeckung mit DCC-Material dermaßen hoch ist,
fehlt der Anreiz neue Projekte anzugehen. Hier auch schon gleich der
Hinweis an Neueinsteiger: Gerade die einfachen Bastelprojekte die
LN-Boxen sind viel zu viel gebaut worden. Lieber rumfragen wer ein
paar abzugeben hat wie nochmal neue zu bauen.
FREMO-DCC
- FAQ
Immer wieder wird die Frage nach dem
beim FREMO verwendetet Digital-System gestellt. Die Frage lässt
sich eigentlich recht einfach beantworten: Fast alle Baugrößen
verwenden NMRA-DCC mit dem Eingabebus LocoNet® wenige
Gruppen (z.B. 0m) verwenden Selectrix. Während der Profi bei den
Begriffen DCC und LocoNet® mit dem Kopf nickt und innerlich alle
dafür geeigneten Geräte vor seinen geistigen Augen passieren
lässt kann der Anfänger oder DCC-Neueinsteiger damit nicht
so viel anfangen. Unzählige Informationen findet man auf der
FREMO-DCC-Startseite
hier findet man sehr spezifische Informationendie aber ein
Grundwissen voraussetzen und sind daher für Anfänger oft
schwer zu verstehen. Diesem Beitrag (basierend auf einem Artikel von
Reinhard Müller für die FREMO Vereinszeitschrift Hp1) soll
der Versuch gemacht werden, für Digital-Einsteiger ein Einstieg
zu schaffen.
NMRA-DCC
im FREMO - was ist das?
von Reinhard Müller (überarbeitet und ergänzt von
Mathias Hellmann)
Was bedeutet
FREMO-NMRA-DCC?
Zäumen wir das Pferd von hinten auf:
DCC steht für "Digital Command Control", wörtlich übersetzt
also "digitale Befehlssteuerung", oder kurz "digitale
Steuerung". Auch wenn der Begriff sehr allgemein gehalten ist,
wird die Abkürzung DCC meist nur in Verbindung mit der NMRA-Norm
verwendet.
Die NMRA (National Model Railroad Association) ist der Zusammenschluß
amerikanischer Modellbahner und Vereine. Dieser Verband hat 1995 ein
Digitalsystem genormt, das auf dem von der Fa. Lenz entwickelten
Format aufbaut, aber über das damalige Digital-plus-System
hinausgeht. Bei den Normen werden "Standards" und "Recommended
Practices" (RPs) - also "Ausführungsempfehlungen"
- festgelegt. Die Übersetzung des Begriffes RPs ist in diesem
Fall irreführend, denn: Falls eine in den RPs enthaltene Funktion
oder Eigenschaft in einem Digitalsystem implementiert wird, muss dies
genau so erfolgen, wie dort beschrieben. Die RPs sind soweit also
bindend! In den Standards werden nur die Dinge festgelegt, die ein
konformes System besitzen muss.
Mit FREMO-NMRA-DCC bezeichnen wir die Umsetzung dieser NMRA-DCC-Norm
für den FREMO. Die Norm lässt Freiräume und es ist bei
weitem nicht alles fest definiert. Der bisher durchgeführte
FREMO-Betrieb basiert auf dem möglichen Einsatz aller
NMRA-kompatibler Decoder, dem LocoNet® als Eingabebus und dem FRED
als Handregler, der vorzugsweisen Verwendung langer Adressen und
optoisolierter Booster sowie weiterer, selbstentwickelter Geräte.
Auf diese Punkte möchte ich im Folgenden näher eingehen,
wobei ich mit dem wichtigsten Punkt, dem Eingabebus, beginnen möchte.
Was
wird gesteuert
Grundsätzlich kann ein Digitalsystem
sowohl Fahrzeuge wie auch Magnetartikel (Weichen/Signale) steuern. Im
FREMO wird die Digitalsteuerung alleine für Fahrzeuge verwendet
eine Steuerung von Magnetartikeln ist ausdrücklich untersagt da
hierfür kein Adressraum zu Verfügung steht, die Signaldichte
auf dem Bus unverhältnismäßig zunehmen würde und
eine sehr große Anzahl von potenziellen Störfaktoren
dazukommen würden. Wer dennoch seine Weichen nicht analog
verkabeln möchte muss ein von der Schienenspannung vollständig
getrenntes System verwenden.
Der
Eingabebus und die Zentrale
Mit der Entscheidung für einen
Eingabebus bindet man sich zunächst auch an einen Hersteller für
die Zentrale. Diese sollte es erlauben, alle bei NMRA-DCC möglichen
Adress- und Fahrstufenmodi gleichzeitig zu verwenden. Dies ist eine
wichtige Forderung, damit alle NMRA-konformen Decoder gleichzeitig
betrieben werden können, ohne dass leistungsfähigere Decoder
mit weniger Fahrstufen oder kurzen Adressen angesprochen werden müssen.
Nachdem verschiedene Eingabebusse und die dazugehörigen
Zentralen betrachtet wurden, fiel die Entscheidung zugunsten des von
der Firma Digitrax entwickelten LocoNet®. Aufgrund seiner
elektrischen Auslegung und des verwendeten Protokolls ist dieser Bus
sehr leistungsfähig und fast beliebig erweiterbar. Die von uns
verwendete Zentrale ist die leistungsfähigste von Digitrax und hört
auf den Namen "Chief".
Begünstigt wird die Wahl des LocoNet® dadurch, dass die
komplette Dokumentation des Busses offen gelegt ist und anderen
kommerzielle Anbieter gegen eine angemessenen Lizenzgebühr das
LocoNet® verwenden können. Dieses Kooperationsangebot wurde
auch angenommen: Die
"Intellibox"
der Fa. Uhlenbrock, die das LocoNet® sogar für den internen
Datenaustausch verwendet war die zweite Zentrale mit LocoNet®. Die
"Intellibox" wird auch unter "privat Label" bei
Fleischmann als Twin-Center angeboten. Damit steht ein weiterer
Hersteller für die Zentrale zur Verfügung.
Der
Aufbau der Busse
Entsprechend der Festlegung von
Digitrax enthält das physikalische LocoNet® (LN) auch den mit
Rail-Sync (RS) bezeichneten Ausgabebus. Durch die gemeinsame Führung
von Ein- und Ausgabebus in einem (LN-) Kabel ist es möglich, die
Handregler aus dem Ausgabebus zu versorgen. Dafür muss das
Rail-Sync-Signal jedoch häufiger verstärkt werden, als würden
nur die Booster als Last am Ausgabebus hängen. Der praktische
Aufbau der Busse
wurde bereits im Artikel über
die LN-Boxen
in Hp1 III/98 ausführlich erläutert.

Bild 1: Aufbau von FREMO-NMRA-DCC.
Beide Boostertypen können auf beide dargestellte Arten ans
LocoNet® angeschlossen werden.
Die
Handregler
Wichtig bei der Entscheidung für den
Eingabebus war auch, dass die elektrischen Eigenschaften und das
Protokoll soweit offen gelegt sind, dass eigene Entwicklungen möglich
sind. Denn kein Hersteller hatte einen Handregler im Programm, der ähnlich
handlich und einfach zu bedienen ist wie der analoge FREMO-Regler. Der
Handregler von Digitrax sieht zwar relativ übersichtlich aus,
seine Bedienung erfordert aber zu viel Einarbeitung, als dass er von
jedem problemlos zu bedienen wäre. Zudem ist er mit den winzigen
Drehknöpfen auch nicht übermäßig ergonomisch.
Stefan Bormann und Martin Pischky haben daher frühzeitig mit der
Entwicklung eines eigenen Handreglers begonnen. Dieser hat unter dem
Namen FRED
einen wesentlichen Anteil am Erfolg von NMRA-DCC im FREMO, daher an
dieser Stelle einen besonderen Dank an die Entwickler. Inzwischen
wurden mehr als 700 Platinen gefertigt; damit stehen dem FREMO z.Zt.
ca. mehr als 750 FREDs zur Verfügung. Zwischenzeitlich ist es
Praxis geworden jedem Triebfahrzeug einen FRED fest zuzuordnen. Die
nicht frei wählbare Lokadresse des FRED stellt auch ein Beitrag
zur Sicherheit bei Modultreffen dar. Wenn jede Bahnhofsmannschaft "mal
schnell" versuchen könnte eine beliebige Lok aus dem Weg zu
stellen und dazu einen sonst üblichen Digitalregler mit freier
Adresseingabe verwenden würde käme es schnell zu
Adressverwechslungen und damit Fehlsteuerungen.
Der FRED ist natürlich auch von der Industrie bemerkt worden
die Firma Uhlenbrock hat einen auf den FRED basieren Handregler auf
den Markt gebracht. Der Regeler hat mehr Knöpfe und LEDs (und
damit leider auch einen höheren Stromverbrauch) und kann zusammen
mit der Intellibox auch mehr als eine Lok steuern. Vorteilhaft sind
die weiteren Funktionstasten, so daß beispielsweise auch
Sounddecoder mit allen Funktionen angesteuert werden können. Auf
Grund des höheren Stromverbrauchs wird auf FREMO-Treffen (bis auf
die geannten Ausnahmen) die Ur-FREDs bevorzugt.
Lange
Adressen
NMRA-DCC erlaubt im Gegensatz zu den bei
anderen Digitalsystemen üblichen zweistelligen Fahrzeugadressen
die Verwendung vierstelliger, sogenannter "langer" Adressen.
Damit ist es möglich, jedem Fahrzeug im FREMO eine Adresse fest
zuzuweisen. Es ist nicht erforderlich, bei jedem Treffen eine Liste
mit den im Einsatz befindlichen Fahrzeugen und den dafür
vergebenen Adressen zu führen. Die feste Adresse kann zudem auf
der Lokkarte vermerkt sein. Auch überfüllte Bw's, die durch
das digitale Fahren erst mit vertretbarem Aufwand realisierbar sind,
stellen kein Problem dar, denn die Anzahl der auf dem Arrangement
befindlichen Fahrzeuge ist praktisch unbegrenzt.
Natürlich ist die lange Adresse nicht Pflicht. Es kann jeder
NMRA-konforme Decoder verwendet werden. Wer aber kurze Adressen
verwendet, muss selbst bei jedem Treffen sicherstellen, dass keine
Adresse mehrfach verwendet wird. Die Liste der Decoder, die keine
langen Adressen zulassen, wird aber immer kürzer, so dass kaum
noch ein Grund besteht, nicht die empfohlenen, langen Adressen zu
verwenden.
Die langen Adressen werden für den FREMO dezentral in Listen geführt.
Jeder der eine neue Lok zum FREMO mitbringt melde diese bei einem
Segmentverwalter seiner Wahl an und bekommt einen im FREMO einmalige
Adresse zugeteilt. Mit dem Verfahren wird sichergestellt, dass eine
Adresse im FREMO nur ein Mal vergeben ist und dass registrierte Loks
sofort ohne Rücksprache mit anderen Teilnehmern eingesetzt werden
können.
Die
galvanische Trennung bei Boostern
Bei Boostern ohne galvanische Trennung
fließt bereits dann ein Strom von einem Booster zum anderen,
wenn ein Fahrzeug die Trennstelle nur einseitig überbrückt.
Dieser Stromkreis schließt sich über den Ausgabebus und
erzeugt damit Störungen, die nicht auf die betroffenen
Boosterbezirke begrenzt sind. Um diese Störungsquelle auszuschließen,
haben alle von uns selbstgebauten Booster eine galvanische Trennung.
Dass diese Trennung Vorteile bietet, hat inzwischen auch Lenz erkannt:
Der neue Lenz-Booster LV101 hat im Gegensatz zu seinem Vorgänger
eine galvanische Trennung.
Digital
selbstgebaut
In den vorigen Abschnitten ist bereits
deutlich geworden, dass bei FREMO-NMRA-DCC vieles im Selbstbau
entsteht. Zum einen spart das Geld, zum anderen finden unsere
Vorstellungen und Wünsche Eingang ins System. Besonderes deutlich
ist dieses beim FRED,
wogegen die von Oliver Spannekrebs entwickelten Booster
unter den Modulen eher im Schatten stehen. Die LN-Boxen
sind ein Gemeinschaftswerk und kaum einzelnen Personen zuzuordnen. Ein
LN-Tester wurde von Martin Pischky und Stefan Bormann entwickelt. Von
Stefan Haack wurde ein einfacher Booster - der sogenannte Spax-Booster
(SHMDBoost) - entwickelt, der unter ein Bahnhofsmodul "gespaxt"
werden kann und von einem normalen Modellbahntrafo mit Spannung
versorgt wird.
Leider kann es bei Boostern die die integrierte Endstufe L6203
(=Frankenbooster, Spaxbooster aber auch kommerzielle Geräte) bei
der Kombination mit sehr dünner Bahnhofverkabelung und bestimmten
Lenz-Decodern dazu kommen, dass die Decoder nicht mehr angesprochen
werden können. Dies tritt zwar selten auf (meistens auch nur wenn
nur eine einzige Lok in einen solchen Bahnhof steht) ist aber trotzdem
unangenehm. Obwohl dies nicht alleine auf die Booster zurückzuführen
sondern die Bahnhofsverkabelung die große Unwägbarkeit ist,
soll trotzdem versucht werden mit einem neuen FREMO-Booster die
wenigen Problemfälle zu beheben. Da zwischenzeitlich sowieso
genug Booster zur Verfügung stehen wird deshalb im Moment vom
Boosterselbstbau abgeraten.
Unabhängig davon wäre es natürlich optimal wenn Bahnhöfe
mit problematischer Verkabelung (dünne Kabel, viele
Steckverbindungen, aufwendige Zuordnungsschaltung, ausgeleierte
Schalter, usw.) in absehbarer Zeit auf DCC-gerechte Verkabelung
(durchgehende Leistung von 2,5 mm² unter den Modulen an die alle
Gleise angeschlossen werden und Modulverbindung mit 4 mm-Buchsen mit
Laborkabeln mit qualitativ hochwertigen Büschelsteckern) umgebaut
würden.
Daneben werden unterschiedliche Ansätze für die Nutzung
eines PCs als Zentrale verfolgt. Während die einfachste Lösung
namens PCU
(Primitive Central Unit) von
Henner Meinhold und Mathias Hellmann nur das Schreiben (kein Lesen!)
von Parametern und das Fahren über den PC erlaubt, entwickeln
sich die von Oliver Spannekrebs (Frankenzentrale) und Stefan Haack (erweiterte
PCU 2 + LN-Interface)
erdachten PC-Erweiterungen zu vollwertigen Zentralen, die auch das
Lesen von Parametern und die Anbindung an das LocoNet®
beherrschen. Beide verwenden dabei die von Rainer Keil entwickelte
Software RKDCC.
Die Eigenbauzentralen stehen Ihren kommerziellen Pendants in kaum nach
- ohne jede Einschränkungen wurden schon große und größte
Treffen damit gesteuert. Dies ist sicherlich für
Elektronikbastler die günstigste Möglichkeit zu einer
vollwertigen Zentrale zu kommen.
Während bei Selbstbau von FREDS infolge der dafür
erforderlichen durchkontaktierten Platine und dem hinterher
erforderlichen Abgleich diese nur als Sammelbestellung und damit erst
bei entsprechender Nachfrage durchgeführt werden kann, sind alle
anderen Selbstbauprojekte mit entsprechenden Elektronikkenntnisse und
entsprechender Ausrüsten (z.B. zum ätzen und programmieren
von Microprozessoren) selbstständig durchzuführen. Die
Elektronikspezialisten stehen gerne mit Rat aber NICHT mehr mit Tat
bei Selbstbauprojekten zur Seite leider ist Anzahl der Anfragen
auch von völligen Elektroniklaien zwischenzeitlich so groß
dass dies nicht mehr bewältigt werden kann. Wer eine solches
Selbstbauprojekt in Angriff nimmt sollte schon in der Lage sein dies
auch vom Wissen her durchzuführen. Sicher wird man helfen können
wenn es an einer Kleinigkeit hinterher hängt aber wenn man
auf schlampig zusammengebratenen Platinen gleich zig Fehler findet
wird man die Platinen wohl an den Erbauer so wieder zurück geben.
Wem gehört
das Material
Sämtliches Material gehört den
Mitgliedern. Der Verein stellt selbst keinerlei Geräte für
das Digitalsystem.
Wie
geht es weiter?
Digitalbetrieb mit NMRA-DCC ist im FREMO
inzwischen Standard geworden. An Digitalmaterial herrscht eigentlich
nie Mangel auch auf kleinen Regionaltreffen ist so viel
Material vorhanden, das z.B. LocoNet®-Boxen oft unverbaut in der
Schachtel verbleiben. Auch mehrere Treffen gleichzeitig auszurüsten
ist kein Thema mehr.
Sehr große Treffen (mit über 250 m Strecken bzw. LocoNet®-Länge)
wurden genauso sicher durchgeführt wobei dafür auch Sonderlösungen
(z.B. die Steuerung mit zwei Chiefs) gewählt wurden. Auch hier
hat es sich bewährt ein offenes System zu benutzen in dem alle
Vorgänge bekannt sind und deshalb eigene Lösungen für
FREMO-spezifischen Probleme entwickelt werden können die weit außerhalb
der Interessen der Heimanlagenbetreibern liegen und deshalb auch von
den Herstellern nicht angegangen werden.
Was
soll ich mir Anschaffen ?
Wer am Digitalbetrieb teilnehmen möchte
der braucht selbstverständlich NMRA-kompatible Decoder in seinen
Fahrzeugen. Wer mehr tun möchte der bringt auch für seine
Fahrzeuge einen FRED mit und beteiligt sich mit eine paar LocoNet®-Stöpselboxen
und Kabeln an der LocoNet®-Verkabelung. Wer einen eigenen Bahnhof
hat der sollte sich auch einen Booster zulegen und diesen ggf. unter
seinem Bahnhof (z.B. Spaxbooster) einbauen. Dieser muss aber immer
umpol- und trennbar mit den Gleisanlagen verbunden sein.
Was für
eine Zentrale benutzen ?
Diese Frage
wird immer wieder gestellt sie zu beantworten ist immer
schwierig. Man sollte hier unterscheiden in welcher Form man
Digitalbetrieb durchführen möchte.
Wer seine Module zwischen den Treffen zuhause meistens sowieso nicht
aufbaut und bestenfalls seine Lok auf einem Meter Flexgleis probefährt
der braucht keine eigene Zentrale. Die Werte der Decoder einstellen
kann er problemlos auf einem Treffen durchführen dort sind
dafür immer genug Zentralen und Testkreise verfügbar.
Grundsätzlich kann jeder NMRA-Decoder wie sie beim FREMO
verwendet werden - mit einer ganzen Vielzahl von Digitalzentralen
unterschiedlicher Hersteller gesteuert werden. Dies ist oft für
die häuslichen Belange ausreichend. Oft haben die Zentralen
jedoch unangenehme Einschränkungen vor allem die preisgünstigen
Einsteigersets. So kann beispielsweise die alte Roco "Digital is
cool I"-Zentrale (um sich von der "echten"
Lenz-Zentrale zu unterscheiden) nur 14 Fahrstufen und nur kurze
Adressen von 1-9. Dies ist natürlich heute nicht mehr zeitgemäß
und würde erfordern vor und nach jedem Treffen den Decoder von
128 auf 14FS und von langer auf kurze Adresse umzuprogrammieren. Diese
Umstellung kann nicht mit der Roco-Zentrale I selbst durchgeführt
werden. Die "richtige" Lenz Zentrale und auch die
Roco-Lokmaus II kann zwar inzwischen auch 128 Fahrstufen, Lenz auch
noch lange Adressen, aber der firmenspezifische Bus erfordert andere
Eingabegeräte als beim LocoNet® (keine FREDS).
Wer gerne zu Hause wie beim FREMO mit FREDS, LocoNet®-Stöpselboxen
und optoisolierten Boostern fährt der braucht auch das LocoNet®.
Da stellen sich dann zwei Alternativen: Selbstbauen oder kaufen.
Gerade wenn man sowieso nicht jeden Abend zwei Stunden Fahrbetrieb auf
der Heimanlage durchführt dann ist es auch kein so großer
Aufwand den PC zu starten und diesen als Zentrale zu verwenden. Neben
einer freien parallelen und seriellen Schnittstelle wird zusätzliche
Hardware in der einfachsten Ausführung für ca. EUR 60,- benötigt.
Die Software wird von Rainer Keil üblicherweise für
FREMO-Mitglieder freigegeben Nichtmitglieder zahlen den
Gegenwert eines Decoders als Lizenzgebühr. Wer nicht basteln will
oder kann der hat die Auswahl zwischen den Digitrax Chief oder der
Intellibox bzw. dem (für unsere Anforderungen an Datenformate)
baugleichen Twin-Center von Fleischmann. Während ersterer z.B. in
Folge des Dollarkurses wohl sehr teuer ist und einen nicht
anwenderfreundliche Benutzeroberfläche hat wird die Wahl z. Zt.
eher auf die andere Alternative fallen.
Probleme
mit LocoNet®- Zentralen
Leider ist kein Produkt in allen Punkten
optimal. Dies sollte der Anwender jedoch kennen und ggf. mit Zusatzgeräten
umgehen. Leider sind jedoch die internen Booster aller käuflichen
Zentralen echte Schwachpunkte !
1. Digitrax Chief.
Der Chief ist für große
Treffen immer noch 1. Wahl. Ein neuer Chief muss jedoch zuerst von
seinen Stammparametern
her dafür eingestellt werden wie das geht ist auf der
FREMO-DCC-Homepage beschrieben. Dummerweise ist der eingebaute Booster
des Chief viel zu stark (5A damit kann man Schienen schweißen)
und dazu nicht optoentkoppelt. Wird der Ausgang eines Chief bei
Treffen mit den Gleisen verbunden, dann muss der Chief an einen Trafo
mit mindestens 120 VA Leistung abgeschlossen werden. Sonst würde
im Falle eines Kurzschlusses die Trafospannung, das LocoNet® und
damit die Zentralsteuerung zusammenbrechen alles würde
dann stehen ! Dummerweise hat der Chief auf der anderen Seite einen
sehr geringe Ausgangsleistung auf den Railsyncleitungen. Dies hat zur
Folge, dass nicht mehr als ca. 10 externe Geräte (Booster,
FREDS,...) angeschlossen sein dürfen. Da dieser Wert auf kleinen
Regionaltreffen schon locker überschritten wird muss dann
unbedingt ein spezieller Railsyncbooster verwendet werden. Dies kann
eine ganz normaler Booster sein dessen maximaler Ausgangsstrom mit
einem speziellen Baustein (RSCLD
Bauanleitung siehe FREMO-DCC-Homepage) begrenzt wird. Da man
den internen Chief-Booster sowieso nicht braucht kann man diesen auch
gleich zusammen mit einem RSCLD
als Railsyncbooster verwenden. Zum fahren (auch zu Hause) wird dann
ein ganz "normaler" externer Booster (Lenz LV101,
Frankenbooster oder Spaxbooster) verwendet.

Vorschlag für die Konfiguration
einer Zentraleinheit mit dem Digitrax Chief zum Betreiben von größeren
Digitalanlagen (>20 Netzteilnehmer) Dabei wird der mit 5 A zu
starke und von LocoNet® nicht optoisolierte interne Chief-Booster
zusammen mit dem Strombegrenzungsbaustein RSCLD als Railsyncbooster
(Verstärker für die Digitalinformationen auf dem Bus =
gleichzeitig die Spannungsversorgung für die Handregler) benutzt.
2. Intellibox bzw. Twin-Center (IB)
Auch bei diesen beiden (fast) baugleichen
Zentralen ist der interne Booster nicht optimal. Hier ist es nicht der
zu hohe Strom sondern die nicht geregelte Spannung. In Stellung N sind
es 18 V und wer in der ungeregelten Stellung H0 mit einem 24 V Trafo
speist bekommt fast 22 V auf die Gleise. Das kann für manchen
Decoder zu viel sein (kann der Grund sein wenn die Lok kurzzeitige
stehen bleibt und dann wieder anfährt = Decoderüberhitzung)
und die schön programmierten Geschwindigkeitswerte für eine
Lokomotive sind nachher auf dem FREMO-Arrangement (dort sind alle
Booster auf die normgerechten 14 V Ausgangspannung optimiert) oder in
Verbindung mit einem Chief (Stellung N = 14V) viel zu langsam. Also
empfiehlt es sich auch hier selbst beim Heimbetrieb einen externen
Booster zu verwenden. Man kann die IB auch selbst für niedrigere
Spannungen umbauen (intern Dioden tauschen) aber damit entfällt
die Gerätegarantie. Der Railsyncbooster der IB ist für ein
Regionaltreffen ausreichend.
3.
Selbstbauzentralen (Frankenzentrale oder PCU2 mit MS-SH)
Bis auf die Tatsache, dass man selbst
Hand anlegen muss haben Selbstbauzentralen eine Nachteil. Mit ihnen lässt
es sich nicht gleichzeitig fahren und programmieren. Dies ist jedoch
zu Haus meistens nicht relevant und auf Treffen steht sowieso überall
eine freie Zentrale rum. Beim Selbstbau kann man natürlich die
Systemkonfiguration an die persönlichen Wünsche anpassen
(Anzahl/Stärke Railsyncbooster, Anzahl der integrierten Booster).
Grundsätzlich sollte für Treffen gelten, dass die Zentralen
dort keine Verbindung zum Gleis haben.
Soweit die allgemeine (und teilweise auch schon spezielle) Einführung
in FREMO-NMRA-DCC. Eine Vielzahl von weitergehenden, spezielleren
Informationen findet man auf der FREMO-DCC-Homepage
aber auch auf den vielen FREMO-Treffen kann man spezielle
Fragen stellen und beantwortet bekommen. |