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Digital war jahrelang ein sehr wichtiges Thema im FREMO. Seit einiger Zeit ist etwas Ruhe eingekehrt seit das Informationsbedürfnis der Meisten befriedigt ist. FREMO-NMRA-DCC ist baugrößenübergreifend (bis auf z.B. Om oder HOPS) eingeführt und ist für alle längst zum Standard geworden.

Diese Seiten hier dokumentieren zusammen mit den FREMO-DCC-Seiten den erarbeiten Standard und dokumentieren eine Reihe von Bastelprojekte. Einige dieser Projekte sind aber inzwischen etwas in die Jahre gekommen und nicht mehr alle dort verwendeten Bauteile sind heute noch zu bekommen. Da aber inzwischen die Eindeckung mit DCC-Material dermaßen hoch ist, fehlt der Anreiz neue Projekte anzugehen. Hier auch schon gleich der Hinweis an Neueinsteiger: Gerade die einfachen Bastelprojekte die LN-Boxen sind viel zu viel gebaut worden. Lieber rumfragen wer ein paar abzugeben hat wie nochmal neue zu bauen.


FREMO-DCC - FAQ

Immer wieder wird die Frage nach dem beim FREMO verwendetet Digital-System gestellt. Die Frage lässt sich eigentlich recht einfach beantworten: Fast alle Baugrößen verwenden NMRA-DCC mit dem Eingabebus LocoNet® – wenige Gruppen (z.B. 0m) verwenden Selectrix. Während der Profi bei den Begriffen DCC und LocoNet® mit dem Kopf nickt und innerlich alle dafür geeigneten Geräte vor seinen geistigen Augen passieren lässt kann der Anfänger oder DCC-Neueinsteiger damit nicht so viel anfangen. Unzählige Informationen findet man auf der FREMO-DCC-Startseite – hier findet man sehr spezifische Informationendie aber ein Grundwissen voraussetzen und sind daher für Anfänger oft schwer zu verstehen. Diesem Beitrag (basierend auf einem Artikel von Reinhard Müller für die FREMO Vereinszeitschrift Hp1) soll der Versuch gemacht werden, für Digital-Einsteiger ein Einstieg zu schaffen.

NMRA-DCC im FREMO - was ist das?
von Reinhard Müller (überarbeitet und ergänzt von Mathias Hellmann)

Was bedeutet FREMO-NMRA-DCC?
Zäumen wir das Pferd von hinten auf: DCC steht für "Digital Command Control", wörtlich übersetzt also "digitale Befehlssteuerung", oder kurz "digitale Steuerung". Auch wenn der Begriff sehr allgemein gehalten ist, wird die Abkürzung DCC meist nur in Verbindung mit der NMRA-Norm verwendet.
Die NMRA (National Model Railroad Association) ist der Zusammenschluß amerikanischer Modellbahner und Vereine. Dieser Verband hat 1995 ein Digitalsystem genormt, das auf dem von der Fa. Lenz entwickelten Format aufbaut, aber über das damalige Digital-plus-System hinausgeht. Bei den Normen werden "Standards" und "Recommended Practices" (RPs) - also "Ausführungsempfehlungen" - festgelegt. Die Übersetzung des Begriffes RPs ist in diesem Fall irreführend, denn: Falls eine in den RPs enthaltene Funktion oder Eigenschaft in einem Digitalsystem implementiert wird, muss dies genau so erfolgen, wie dort beschrieben. Die RPs sind soweit also bindend! In den Standards werden nur die Dinge festgelegt, die ein konformes System besitzen muss.
Mit FREMO-NMRA-DCC bezeichnen wir die Umsetzung dieser NMRA-DCC-Norm für den FREMO. Die Norm lässt Freiräume und es ist bei weitem nicht alles fest definiert. Der bisher durchgeführte FREMO-Betrieb basiert auf dem möglichen Einsatz aller NMRA-kompatibler Decoder, dem LocoNet® als Eingabebus und dem FRED als Handregler, der vorzugsweisen Verwendung langer Adressen und optoisolierter Booster sowie weiterer, selbstentwickelter Geräte. Auf diese Punkte möchte ich im Folgenden näher eingehen, wobei ich mit dem wichtigsten Punkt, dem Eingabebus, beginnen möchte.

Was wird gesteuert
Grundsätzlich kann ein Digitalsystem sowohl Fahrzeuge wie auch Magnetartikel (Weichen/Signale) steuern. Im FREMO wird die Digitalsteuerung alleine für Fahrzeuge verwendet – eine Steuerung von Magnetartikeln ist ausdrücklich untersagt da hierfür kein Adressraum zu Verfügung steht, die Signaldichte auf dem Bus unverhältnismäßig zunehmen würde und eine sehr große Anzahl von potenziellen Störfaktoren dazukommen würden. Wer dennoch seine Weichen nicht analog verkabeln möchte muss ein von der Schienenspannung vollständig getrenntes System verwenden.

Der Eingabebus und die Zentrale
Mit der Entscheidung für einen Eingabebus bindet man sich zunächst auch an einen Hersteller für die Zentrale. Diese sollte es erlauben, alle bei NMRA-DCC möglichen Adress- und Fahrstufenmodi gleichzeitig zu verwenden. Dies ist eine wichtige Forderung, damit alle NMRA-konformen Decoder gleichzeitig betrieben werden können, ohne dass leistungsfähigere Decoder mit weniger Fahrstufen oder kurzen Adressen angesprochen werden müssen.
Nachdem verschiedene Eingabebusse und die dazugehörigen Zentralen betrachtet wurden, fiel die Entscheidung zugunsten des von der Firma Digitrax entwickelten LocoNet®. Aufgrund seiner elektrischen Auslegung und des verwendeten Protokolls ist dieser Bus sehr leistungsfähig und fast beliebig erweiterbar. Die von uns verwendete Zentrale ist die leistungsfähigste von Digitrax und hört auf den Namen
"Chief".
Begünstigt wird die Wahl des LocoNet® dadurch, dass die komplette Dokumentation des Busses offen gelegt ist und anderen kommerzielle Anbieter gegen eine angemessenen Lizenzgebühr das LocoNet® verwenden können. Dieses Kooperationsangebot wurde auch angenommen: Die
"Intellibox" der Fa. Uhlenbrock, die das LocoNet® sogar für den internen Datenaustausch verwendet war die zweite Zentrale mit LocoNet®. Die "Intellibox" wird auch unter "privat Label" bei Fleischmann als Twin-Center angeboten. Damit steht ein weiterer Hersteller für die Zentrale zur Verfügung.

Der Aufbau der Busse
Entsprechend der Festlegung von Digitrax enthält das physikalische LocoNet® (LN) auch den mit Rail-Sync (RS) bezeichneten Ausgabebus. Durch die gemeinsame Führung von Ein- und Ausgabebus in einem (LN-) Kabel ist es möglich, die Handregler aus dem Ausgabebus zu versorgen. Dafür muss das Rail-Sync-Signal jedoch häufiger verstärkt werden, als würden nur die Booster als Last am Ausgabebus hängen. Der praktische Aufbau der Busse wurde bereits im Artikel über die LN-Boxen in Hp1 III/98 ausführlich erläutert.

Bild 1: Aufbau von FREMO-NMRA-DCC. Beide Boostertypen können auf beide dargestellte Arten ans LocoNet® angeschlossen werden.

Die Handregler
Wichtig bei der Entscheidung für den Eingabebus war auch, dass die elektrischen Eigenschaften und das Protokoll soweit offen gelegt sind, dass eigene Entwicklungen möglich sind. Denn kein Hersteller hatte einen Handregler im Programm, der ähnlich handlich und einfach zu bedienen ist wie der analoge FREMO-Regler. Der Handregler von Digitrax sieht zwar relativ übersichtlich aus, seine Bedienung erfordert aber zu viel Einarbeitung, als dass er von jedem problemlos zu bedienen wäre. Zudem ist er mit den winzigen Drehknöpfen auch nicht übermäßig ergonomisch.
Stefan Bormann und Martin Pischky haben daher frühzeitig mit der Entwicklung eines eigenen Handreglers begonnen. Dieser hat unter dem Namen
FRED einen wesentlichen Anteil am Erfolg von NMRA-DCC im FREMO, daher an dieser Stelle einen besonderen Dank an die Entwickler. Inzwischen wurden mehr als 700 Platinen gefertigt; damit stehen dem FREMO z.Zt. ca. mehr als 750 FREDs zur Verfügung. Zwischenzeitlich ist es Praxis geworden jedem Triebfahrzeug einen FRED fest zuzuordnen. Die nicht frei wählbare Lokadresse des FRED stellt auch ein Beitrag zur Sicherheit bei Modultreffen dar. Wenn jede Bahnhofsmannschaft "mal schnell" versuchen könnte eine beliebige Lok aus dem Weg zu stellen und dazu einen sonst üblichen Digitalregler mit freier Adresseingabe verwenden würde käme es schnell zu Adressverwechslungen und damit Fehlsteuerungen.
Der FRED ist natürlich auch von der Industrie bemerkt worden – die Firma Uhlenbrock hat einen auf den FRED basieren Handregler auf den Markt gebracht. Der Regeler hat mehr Knöpfe und LEDs (und damit leider auch einen höheren Stromverbrauch) und kann zusammen mit der Intellibox auch mehr als eine Lok steuern. Vorteilhaft sind die weiteren Funktionstasten, so daß beispielsweise auch Sounddecoder mit allen Funktionen angesteuert werden können. Auf Grund des höheren Stromverbrauchs wird auf FREMO-Treffen (bis auf die geannten Ausnahmen) die Ur-FREDs bevorzugt.


Lange Adressen
NMRA-DCC erlaubt im Gegensatz zu den bei anderen Digitalsystemen üblichen zweistelligen Fahrzeugadressen die Verwendung vierstelliger, sogenannter "langer" Adressen. Damit ist es möglich, jedem Fahrzeug im FREMO eine Adresse fest zuzuweisen. Es ist nicht erforderlich, bei jedem Treffen eine Liste mit den im Einsatz befindlichen Fahrzeugen und den dafür vergebenen Adressen zu führen. Die feste Adresse kann zudem auf der Lokkarte vermerkt sein. Auch überfüllte Bw's, die durch das digitale Fahren erst mit vertretbarem Aufwand realisierbar sind, stellen kein Problem dar, denn die Anzahl der auf dem Arrangement befindlichen Fahrzeuge ist praktisch unbegrenzt.
Natürlich ist die lange Adresse nicht Pflicht. Es kann jeder NMRA-konforme Decoder verwendet werden. Wer aber kurze Adressen verwendet, muss selbst bei jedem Treffen sicherstellen, dass keine Adresse mehrfach verwendet wird. Die Liste der Decoder, die keine langen Adressen zulassen, wird aber immer kürzer, so dass kaum noch ein Grund besteht, nicht die empfohlenen, langen Adressen zu verwenden.
Die langen Adressen werden für den FREMO dezentral in Listen geführt. Jeder der eine neue Lok zum FREMO mitbringt melde diese bei einem Segmentverwalter seiner Wahl an und bekommt einen im FREMO einmalige Adresse zugeteilt. Mit dem Verfahren wird sichergestellt, dass eine Adresse im FREMO nur ein Mal vergeben ist und dass registrierte Loks sofort ohne Rücksprache mit anderen Teilnehmern eingesetzt werden können.

Die galvanische Trennung bei Boostern
Bei Boostern ohne galvanische Trennung fließt bereits dann ein Strom von einem Booster zum anderen, wenn ein Fahrzeug die Trennstelle nur einseitig überbrückt. Dieser Stromkreis schließt sich über den Ausgabebus und erzeugt damit Störungen, die nicht auf die betroffenen Boosterbezirke begrenzt sind. Um diese Störungsquelle auszuschließen, haben alle von uns selbstgebauten Booster eine galvanische Trennung. Dass diese Trennung Vorteile bietet, hat inzwischen auch Lenz erkannt: Der neue Lenz-Booster LV101 hat im Gegensatz zu seinem Vorgänger eine galvanische Trennung.

Digital selbstgebaut
In den vorigen Abschnitten ist bereits deutlich geworden, dass bei FREMO-NMRA-DCC vieles im Selbstbau entsteht. Zum einen spart das Geld, zum anderen finden unsere Vorstellungen und Wünsche Eingang ins System. Besonderes deutlich ist dieses beim FRED, wogegen die von Oliver Spannekrebs entwickelten Booster unter den Modulen eher im Schatten stehen. Die LN-Boxen sind ein Gemeinschaftswerk und kaum einzelnen Personen zuzuordnen. Ein LN-Tester wurde von Martin Pischky und Stefan Bormann entwickelt. Von Stefan Haack wurde ein einfacher Booster - der sogenannte Spax-Booster (SHMDBoost) - entwickelt, der unter ein Bahnhofsmodul "gespaxt" werden kann und von einem normalen Modellbahntrafo mit Spannung versorgt wird.
Leider kann es bei Boostern die die integrierte Endstufe L6203 (=Frankenbooster, Spaxbooster aber auch kommerzielle Geräte) bei der Kombination mit sehr dünner Bahnhofverkabelung und bestimmten Lenz-Decodern dazu kommen, dass die Decoder nicht mehr angesprochen werden können. Dies tritt zwar selten auf (meistens auch nur wenn nur eine einzige Lok in einen solchen Bahnhof steht) ist aber trotzdem unangenehm. Obwohl dies nicht alleine auf die Booster zurückzuführen sondern die Bahnhofsverkabelung die große Unwägbarkeit ist, soll trotzdem versucht werden mit einem neuen FREMO-Booster die wenigen Problemfälle zu beheben. Da zwischenzeitlich sowieso genug Booster zur Verfügung stehen wird deshalb im Moment vom Boosterselbstbau abgeraten.
Unabhängig davon wäre es natürlich optimal wenn Bahnhöfe mit problematischer Verkabelung (dünne Kabel, viele Steckverbindungen, aufwendige Zuordnungsschaltung, ausgeleierte Schalter, usw.) in absehbarer Zeit auf DCC-gerechte Verkabelung (durchgehende Leistung von 2,5 mm² unter den Modulen an die alle Gleise angeschlossen werden und Modulverbindung mit 4 mm-Buchsen mit Laborkabeln mit qualitativ hochwertigen Büschelsteckern) umgebaut würden.
Daneben werden unterschiedliche Ansätze für die Nutzung eines PCs als Zentrale verfolgt. Während die einfachste Lösung namens
PCU (Primitive Central Unit) von Henner Meinhold und Mathias Hellmann nur das Schreiben (kein Lesen!) von Parametern und das Fahren über den PC erlaubt, entwickeln sich die von Oliver Spannekrebs (Frankenzentrale) und Stefan Haack (erweiterte PCU 2 + LN-Interface) erdachten PC-Erweiterungen zu vollwertigen Zentralen, die auch das Lesen von Parametern und die Anbindung an das LocoNet® beherrschen. Beide verwenden dabei die von Rainer Keil entwickelte Software RKDCC. Die Eigenbauzentralen stehen Ihren kommerziellen Pendants in kaum nach - ohne jede Einschränkungen wurden schon große und größte Treffen damit gesteuert. Dies ist sicherlich für Elektronikbastler die günstigste Möglichkeit zu einer vollwertigen Zentrale zu kommen.
Während bei Selbstbau von FREDS infolge der dafür erforderlichen durchkontaktierten Platine und dem hinterher erforderlichen Abgleich diese nur als Sammelbestellung und damit erst bei entsprechender Nachfrage durchgeführt werden kann, sind alle anderen Selbstbauprojekte mit entsprechenden Elektronikkenntnisse und entsprechender Ausrüsten (z.B. zum ätzen und programmieren von Microprozessoren) selbstständig durchzuführen. Die Elektronikspezialisten stehen gerne mit Rat aber NICHT mehr mit Tat bei Selbstbauprojekten zur Seite – leider ist Anzahl der Anfragen auch von völligen Elektroniklaien zwischenzeitlich so groß dass dies nicht mehr bewältigt werden kann. Wer eine solches Selbstbauprojekt in Angriff nimmt sollte schon in der Lage sein dies auch vom Wissen her durchzuführen. Sicher wird man helfen können wenn es an einer Kleinigkeit hinterher hängt – aber wenn man auf schlampig zusammengebratenen Platinen gleich zig Fehler findet wird man die Platinen wohl an den Erbauer so wieder zurück geben.

Wem gehört das Material
Sämtliches Material gehört den Mitgliedern. Der Verein stellt selbst keinerlei Geräte für das Digitalsystem.

Wie geht es weiter?
Digitalbetrieb mit NMRA-DCC ist im FREMO inzwischen Standard geworden. An Digitalmaterial herrscht eigentlich nie Mangel – auch auf kleinen Regionaltreffen ist so viel Material vorhanden, das z.B. LocoNet®-Boxen oft unverbaut in der Schachtel verbleiben. Auch mehrere Treffen gleichzeitig auszurüsten ist kein Thema mehr.
Sehr große Treffen (mit über 250 m Strecken bzw. LocoNet®-Länge) wurden genauso sicher durchgeführt wobei dafür auch Sonderlösungen (z.B. die Steuerung mit zwei Chiefs) gewählt wurden. Auch hier hat es sich bewährt ein offenes System zu benutzen in dem alle Vorgänge bekannt sind und deshalb eigene Lösungen für FREMO-spezifischen Probleme entwickelt werden können die weit außerhalb der Interessen der Heimanlagenbetreibern liegen und deshalb auch von den Herstellern nicht angegangen werden.


Was soll ich mir Anschaffen ?
Wer am Digitalbetrieb teilnehmen möchte der braucht selbstverständlich NMRA-kompatible Decoder in seinen Fahrzeugen. Wer mehr tun möchte der bringt auch für seine Fahrzeuge einen FRED mit und beteiligt sich mit eine paar LocoNet®-Stöpselboxen und Kabeln an der LocoNet®-Verkabelung. Wer einen eigenen Bahnhof hat der sollte sich auch einen Booster zulegen und diesen ggf. unter seinem Bahnhof (z.B. Spaxbooster) einbauen. Dieser muss aber immer umpol- und trennbar mit den Gleisanlagen verbunden sein.

Was für eine Zentrale benutzen ?
Diese Frage wird immer wieder gestellt – sie zu beantworten ist immer schwierig. Man sollte hier unterscheiden in welcher Form man Digitalbetrieb durchführen möchte.
Wer seine Module zwischen den Treffen zuhause meistens sowieso nicht aufbaut und bestenfalls seine Lok auf einem Meter Flexgleis probefährt der braucht keine eigene Zentrale. Die Werte der Decoder einstellen kann er problemlos auf einem Treffen durchführen – dort sind dafür immer genug Zentralen und Testkreise verfügbar.
Grundsätzlich kann jeder NMRA-Decoder – wie sie beim FREMO verwendet werden - mit einer ganzen Vielzahl von Digitalzentralen unterschiedlicher Hersteller gesteuert werden. Dies ist oft für die häuslichen Belange ausreichend. Oft haben die Zentralen jedoch unangenehme Einschränkungen – vor allem die preisgünstigen Einsteigersets. So kann beispielsweise die alte Roco "Digital is cool I"-Zentrale (um sich von der "echten" Lenz-Zentrale zu unterscheiden) nur 14 Fahrstufen und nur kurze Adressen von 1-9. Dies ist natürlich heute nicht mehr zeitgemäß und würde erfordern vor und nach jedem Treffen den Decoder von 128 auf 14FS und von langer auf kurze Adresse umzuprogrammieren. Diese Umstellung kann nicht mit der Roco-Zentrale I selbst durchgeführt werden. Die "richtige" Lenz Zentrale und auch die Roco-Lokmaus II kann zwar inzwischen auch 128 Fahrstufen, Lenz auch noch lange Adressen, aber der firmenspezifische Bus erfordert andere Eingabegeräte als beim LocoNet® (keine FREDS).

Wer gerne zu Hause wie beim FREMO mit FREDS, LocoNet®-Stöpselboxen und optoisolierten Boostern fährt der braucht auch das LocoNet®. Da stellen sich dann zwei Alternativen: Selbstbauen oder kaufen. Gerade wenn man sowieso nicht jeden Abend zwei Stunden Fahrbetrieb auf der Heimanlage durchführt dann ist es auch kein so großer Aufwand den PC zu starten und diesen als Zentrale zu verwenden. Neben einer freien parallelen und seriellen Schnittstelle wird zusätzliche Hardware in der einfachsten Ausführung für ca. EUR 60,- benötigt. Die Software wird von Rainer Keil üblicherweise für FREMO-Mitglieder freigegeben – Nichtmitglieder zahlen den Gegenwert eines Decoders als Lizenzgebühr. Wer nicht basteln will oder kann der hat die Auswahl zwischen den Digitrax Chief oder der Intellibox bzw. dem (für unsere Anforderungen an Datenformate) baugleichen Twin-Center von Fleischmann. Während ersterer z.B. in Folge des Dollarkurses wohl sehr teuer ist und einen nicht anwenderfreundliche Benutzeroberfläche hat wird die Wahl z. Zt. eher auf die andere Alternative fallen.

Probleme mit LocoNet®- Zentralen
Leider ist kein Produkt in allen Punkten optimal. Dies sollte der Anwender jedoch kennen und ggf. mit Zusatzgeräten umgehen. Leider sind jedoch die internen Booster aller käuflichen Zentralen echte Schwachpunkte !


1. Digitrax Chief.

Der Chief ist für große Treffen immer noch 1. Wahl. Ein neuer Chief muss jedoch zuerst von seinen Stammparametern her dafür eingestellt werden – wie das geht ist auf der FREMO-DCC-Homepage beschrieben. Dummerweise ist der eingebaute Booster des Chief viel zu stark (5A – damit kann man Schienen schweißen) und dazu nicht optoentkoppelt. Wird der Ausgang eines Chief bei Treffen mit den Gleisen verbunden, dann muss der Chief an einen Trafo mit mindestens 120 VA Leistung abgeschlossen werden. Sonst würde im Falle eines Kurzschlusses die Trafospannung, das LocoNet® und damit die Zentralsteuerung zusammenbrechen – alles würde dann stehen ! Dummerweise hat der Chief auf der anderen Seite einen sehr geringe Ausgangsleistung auf den Railsyncleitungen. Dies hat zur Folge, dass nicht mehr als ca. 10 externe Geräte (Booster, FREDS,...) angeschlossen sein dürfen. Da dieser Wert auf kleinen Regionaltreffen schon locker überschritten wird muss dann unbedingt ein spezieller Railsyncbooster verwendet werden. Dies kann eine ganz normaler Booster sein dessen maximaler Ausgangsstrom mit einem speziellen Baustein (RSCLD – Bauanleitung siehe FREMO-DCC-Homepage) begrenzt wird. Da man den internen Chief-Booster sowieso nicht braucht kann man diesen auch gleich zusammen mit einem RSCLD als Railsyncbooster verwenden. Zum fahren (auch zu Hause) wird dann ein ganz "normaler" externer Booster (Lenz LV101, Frankenbooster oder Spaxbooster) verwendet.

Vorschlag für die Konfiguration einer Zentraleinheit mit dem Digitrax Chief zum Betreiben von größeren Digitalanlagen (>20 Netzteilnehmer) Dabei wird der mit 5 A zu starke und von LocoNet® nicht optoisolierte interne Chief-Booster zusammen mit dem Strombegrenzungsbaustein RSCLD als Railsyncbooster (Verstärker für die Digitalinformationen auf dem Bus = gleichzeitig die Spannungsversorgung für die Handregler) benutzt.


2. Intellibox bzw. Twin-Center (IB)
Auch bei diesen beiden (fast) baugleichen Zentralen ist der interne Booster nicht optimal. Hier ist es nicht der zu hohe Strom sondern die nicht geregelte Spannung. In Stellung N sind es 18 V und wer in der ungeregelten Stellung H0 mit einem 24 V Trafo speist bekommt fast 22 V auf die Gleise. Das kann für manchen Decoder zu viel sein (kann der Grund sein wenn die Lok kurzzeitige stehen bleibt und dann wieder anfährt = Decoderüberhitzung) und die schön programmierten Geschwindigkeitswerte für eine Lokomotive sind nachher auf dem FREMO-Arrangement (dort sind alle Booster auf die normgerechten 14 V Ausgangspannung optimiert) oder in Verbindung mit einem Chief (Stellung N = 14V) viel zu langsam. Also empfiehlt es sich auch hier selbst beim Heimbetrieb einen externen Booster zu verwenden. Man kann die IB auch selbst für niedrigere Spannungen umbauen (intern Dioden tauschen) aber damit entfällt die Gerätegarantie. Der Railsyncbooster der IB ist für ein Regionaltreffen ausreichend.

3. Selbstbauzentralen (Frankenzentrale oder PCU2 mit MS-SH)
Bis auf die Tatsache, dass man selbst Hand anlegen muss haben Selbstbauzentralen eine Nachteil. Mit ihnen lässt es sich nicht gleichzeitig fahren und programmieren. Dies ist jedoch zu Haus meistens nicht relevant und auf Treffen steht sowieso überall eine freie Zentrale rum. Beim Selbstbau kann man natürlich die Systemkonfiguration an die persönlichen Wünsche anpassen (Anzahl/Stärke Railsyncbooster, Anzahl der integrierten Booster). Grundsätzlich sollte für Treffen gelten, dass die Zentralen dort keine Verbindung zum Gleis haben.

Soweit die allgemeine (und teilweise auch schon spezielle) Einführung in FREMO-NMRA-DCC. Eine Vielzahl von weitergehenden, spezielleren Informationen findet man auf der
FREMO-DCC-Homepage – aber auch auf den vielen FREMO-Treffen kann man spezielle Fragen stellen und beantwortet bekommen.